Fall Elke Kerll: Ermittler vernehmen Zeugen im Ausland

Landkreis Nienburg - Von Johanna Müller. Trotz eines Rückschlags geben die Ermittler im Fall der verschwundenen Jugendlichen Elke Kerll nicht auf. Polizei und Staatsanwaltschaft sind weiterhin auf der Suche nach Hinweisen zum mysteriösen Verschwinden der damals 15-Jährigen, die am 14. Dezember 1969 zu letzten Mal gesehen wurde.
Erst im November wurde einem Hinweis nachgegangen, der die Beamten und Familie hoffen ließ, endlich Antworten zu erhalten.
Ein unbekannter Zeuge hatte sich bei den Ermittlern gemeldet. Er würde wissen, wo die Leiche der Stolzenauerin liege, teilte er den Beamten mit. Aufgrund der konkreten Angaben hatten Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen fortgeführt.
Der anonyme Hinweis wurde zunächst kriminaltechnisch untersucht, berichtet Marcus Röske von der Staatsanwaltschaft Verden. Im November wurde schließlich ein Waldgrundstück Woltringhausen in der Samtgemeinde Uchte durchsucht. „Die Durchsuchung hat leider nicht zum Auffinden der Leiche oder anderer verfahrensrelevanter Spuren geführt“, erklärt Röske auf Blickpunkt-Nachfrage. Doch davon lassen sich die Ermittler nicht entmutigen.
Ermittler haben weiterhin Hoffnung
Dass überhaupt ein solcher Hinweis eingegangen ist, machte der Mordkommission Hoffnung, dass es tatsächlich noch Zeugen gibt, die seinerzeit tatrelevante Beobachtungen gemacht haben. Daher haben sie sich bereits Ende 2018 erneut an die Bevölkerung gewendet und um Hinweise gebeten.
Noch immer dauern die Ermittlungen an und führen die Beamten sogar ins Ausland. In den Niederlanden und Großbritannien wurden bereits Zeugenvernehmungen veranlasst. Wer weitere Hinweise hat, erreicht die Polizei Stolzenau unter Telefon: 05761/92060.
Elke Kerll verschwindet spurlos
Elke Kerll ist am 14. Dezember 1969 spurlos verschwunden. Sie hatte in der Nacht zuvor in der Nienburger Diskothek Schauburg und im Scandia-Club gefeiert. Übernachtet hatte sie Am Riedekamp in Holtorf. Nach Zeugenaussagen soll sie am Sonntag die Wohnung verlassen haben, um per Anhalter zu ihrer Arbeitsstelle, einem Kinderheim in Loccum, zu fahren. Seither verliert sich ihre Spur.
Zeugenaufruf bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"
Nachdem der Fall knapp 50 Jahre nach dem Verschwinden der Jugendlichen neu aufgerollt wurde, haben sich die Ermittel auch über eine Fernsehsendung an mögliche zeugen gewendet.
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In der ZDF-Show „Aktenzeichen XY.... ungelöst“ stellten die Ermittler den Fall vor und wendeten sich mit gezielten Fragen an die Zuschauer.